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Hier wird Sport zum Vergnügen |
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Ursprünglich hatte ich ja mit Sport nichts an der Brause… Also so gar
nicht… Immer schlechteste Note auf dem Zeugnis. Und außer Fahrradfahren
habe ich auch nie etwas Sportliches richtig hinbekommen.
Aber
dann kam eine Zeit, da hatte man plötzlich Nachwuchs und musste sich
ernsthaft Gedanken machen, ob man den eigenen Bewegungsminimismus nicht
vielleicht genetisch weitergegeben hat. Das Kind wurde 10, 12, 14 Monate
und nix mit Krabbeln und Laufen. Da wollten wir ein wenig animieren:
Mutter-Kind-Turnen, das klingt doch viel versprechend! Klingt auch, als
ob man dabei den Körper der Mutter gleich mit stählen könnte, - also
zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Ab:
rein in den Kurs!
Jetzt
will ich hier keine Wundergeschichten erzählen von wegen: mein Kind hat
erst hier Laufen gelernt. Der wäre auch so irgendwann aufgestanden und
zum Kühlschrank gegangen. Und der Körper der Mutter wurde hier auch
nicht gestählt, - das ist noch derselbe Schwamm wie vor 1 ½ Jahren.
Nein, da müssen sich jetzt die Kursleiterinnen „Aerobic für Anfänger“
und die „Rückengymnastik“ drum kümmern. Aber eins ist absolut
unverzichtbar geworden:
Die
Spannung jeden Dienstagmorgen bevor die Tür aufgemacht wird und die
Kinder zu sehen bekommen, was Lucia für einen Kletter- oder
Rutschparcours aufgebaut hat. Sind Hüpfbälle und –pferde dabei? Oder das
Trampolin? Oder vielleicht mal wieder Frisbeescheiben? NEIN: heute ist
der ganze Raum leer, bis auf das riesige, bunte Schwungtuch!
Ehrfurchtsvoll bis ängstlich nähern sich die Mütter: das schreit wieder
nach Muskelkater in den Armen.
Eine
Stunde Schwungtuch ist immer der Hammer: Allerdings wird da auch alles
vermittelt, was man insgesamt Positives mit dem Sport allgemein
verbindet.
Hier
nur als Beispiele:
Erste
Übung: Alle im Kreis, Schwungtuch fest umklammert, 20 Softbälle auf
Schwungtuch und Bälle hüpfen lassen. Da entwickelt sich
sportlicher Ehrgeiz. Muss
doch zu schaffen sein, dass das Gegenüber alle Bälle auf die Omme
kriegt. Es geht wild zu. Die Kinder sind voll bei der Sache und
quietschen vor Vergnügen, wenn sie wie die Wilden rumrennen, um sofort
alle runter gefallenen Bälle wieder aufs Tuch zu werfen. Da entwickelt
sich plötzlich auch
Teambildung, die Mütter
rotten sich zu Grüppchen zusammen. „Alle Bälle da rüber…“. Es wird immer
sehr viel gelacht beim „Mutter-Kind-Sport“… Man muss aber auch einsehen
können, dass man beispielsweise einfach zu den etwas kleineren Müttern
gehört, die Arme zu kurz sind, um eine ernste Bedrohung für andere
darzustellen und man von Natur aus immer alle Bälle selber auf die Omme
kriegt. Sport als Weg zu Selbsterkenntnis
und gesunden Selbsteinschätzung. Zweite Übung: Jetzt sind Präzision und Reaktion gefragt. Schwungtuch fünfmal hochschweben lassen und beim fünften Mal flott unter das Tuch laufen, hinsetzen, Kind auf den Schoß und Tuchzipfel unter den Po festklemmen. Konzentration. Was für ein Stolz und erhöhtes Selbstwertgefühl, wenn die Übung gelungen ist. Ratz-fatz hat man ein Schwungtuch-Iglu in dem man heimelig gemeinsam sitzt. Die Kinder haben Augen groß wie Tischtennisbälle, wenn die Mamas dann geheimnisvoll zu singen beginnen: Hulli-gulli, Hulli-gulli, Aramsamsam – Arabi, Arabi - Hulli-gulli, Hulli-gulli, Aramsamsam ….
Da
kommt
Gemeinschaftsgefühl auf! Und man schult
Selbstdisziplin und
Durchhaltevermögen, wenn man das Lied trotz Sauerstoffmangel und
Schweißausbrüchen unter dem Schwungtuch zu Ende singt.
Insgesamt also lauter positive Eindrücke, die man wirklich jedes Mal mit
nach Hause nimmt und wo man sich denkt, ist doch super, dass die Kinder
das auf solch spielerische Art alles schon vermittelt kriegen. Mal ganz
abgesehen, von den ganzen
Bekanntschaften und Freundschaften, die man schließt. Und man
hat ja den Eindruck die ganze Bevölkerung vom Niederrhein ist bei
Concordia Ossenberg Mitglied. Letztes Jahr kam sogar der Nikolaus,
höchstpersönlich, auf einer Abendwanderung in der Leucht vorbei. Nicht
nur die Kinder waren schwer beeindruckt von solch weitreichenden
Kontakten des Vereins. Also mir als Mutter stand auch der Mund offen…
Manchmal schaut man auf die ganzen kleinen Leute und fragt sich, ob die
auch mit 16 noch zusammen in einer Mopedgang sind, ob die später
zusammen im Verein Fußball spielen oder sich im Knast eine Zelle teilen
– die Halunken… Oder: Sehe ich hier schon meine künftige
Schwiegertochter auf der Matte liegen? Wer weiß… Jedenfalls können wir
uns alle zurücklehnen und mit gutem Gewissen warten, was die Zeit
bringt… Wir haben mit vollem Körpereinsatz alles für positive Prägungen
getan. Und eine Menge Spass dabei! Aber Hallo…
Ich
kann nur jedem zurufen: Hätte ich noch kein Kind, für den „Mutter-Kind-Turnkurs“
müssten wir eins machen. Und spätestens hier wird dann Sport zum
Vergnügen.
Die
Mühe lohnt!
Also,
ich hoffe man sieht sich…
In
diesem Sinne mit sportlichen Grüßen! |
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